Ich erleide gerade einen bösen Rückfall. Vor drei Jahren habe ich damit aufgehört, weil mein psychischer Zustand sich gebessert hatte, aus gewissen Gründen. Aber jetzt hab ich wieder damit angefangen. Ich bin vor diesem Regal an der Kasse gestanden und hab festgestellt daß es meine Lieblingsmarke nicht mehr gab. Jedenfalls hab ich sie nach mehreren Versuchen in verschiedenen Geschäften nicht mehr gesehen.
Jetzt bin ich umgestiegen, immerhin ist die Verpackung so schön Orange. Und ich hasse Kaugummis mit Pfefferminzgeschmack.
Beerengeschmack ist viel besser.
Ich bin eine Aufschieberin. Wahrscheinlich schon immer gewesen. In meinen alten Tagebüchern, die ich über Weihnachten angeschaut habe stand fast bei jedem Eintrag sowas wie "eigentlich müsste ich jetzt lernen, eigentlich müßte ich jetzt Hausaufgaben machen".
Also scheint es mir irgendwie zu gefallen, daß ich mir immer Zeit "stehle", in der ich mir einbilde eigentlich etwas anderes machen zu müssen. Ungehorsam gegenüber meinen Vorsätzen. Ich will nicht erwachsen werden. Das ist wahrscheinlich das Problem. Aber die Umstände zwingen mich dazu. Ein Berufsjugendlichenjob ist wohl nicht so leicht zu kriegen.
Es ist cool, aber wieder auch nicht. Die Realität wird mich bald einholen und ich werde meine Leichtfertigkeit bitter bereuen. Das weiß ich schon jetzt. Aber ändert es was? Nee!
Ich höre schon wieder Smog. Der hört sich ja richtig gut gelaunt an! Wenn ich da an die ganz alten Alben denke. Ich hab ihn mal live gesehen, im Substanz. Alle Zuschauer, eine kleine Teilmenge der Leute die zu jedem Konzert gingen, saßen auf dem Holzfußboden. Er war allein mit einer Gitarre. Oder? Ich hab so viele Konzerte gesehen, ich muß gestehen, ich weiß es nicht mehr so genau.